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Rasen überdüngt

Wenn der Rasen im Frühling vergilbt und wenig ansprechend ausschaut, kann es daran liegen, dass ihm wichtige Nährstoffe fehlen. Jedoch kann es auch das Gegenteil bedeuten, denn besonders Hobbygärtner neigen dazu, den Rasen regelrecht zu überdüngen. Ist der Rasen zu viel mit mineralischem Rasendünger in Berührung gekommen, kann es zu Verfärbungen und kahlen Stellen kommen.


Besteht eine Übersättigung an Mineralien, kommt es in den Wurzelzellen zur Umkehr des osmotischen Drucks. Die Osmose ist die Flüssigkeitsbewegung durch den Boden in die Wurzelzellen und zur höchsten Mineralienkonzentration. In der Regel sind in den Zellen der Pflanzen mehr Mineralien enthalten als im Substrat. Dieser Zustand ist wichtig, damit die Flüssigkeitsaufnahme der Pflanzen sichergestellt werden kann. Wenn der Boden allerdings aufgrund der Überdüngung mehr Mineralien besitzt, kann es zu einer Umkehr des Prozesses kommen. In diesem Fall zieht sich das Wasser aus den Wurzeln zurück in die Erde. Nun fehlt den Pflanzen die nötige Flüssigkeit. Folge daraus ist das Vergilben und Vertrocknen des Rasens.


Sollte etwas mit dem Rasen nicht stimmen, wird man es ihm ansehen. Normalerweise sind dann gelbe Streifen zu erkennen. Die gelbe Streifen entstehen meist dann, wenn man für die Düngung einen Streuwagen verwendet hat. Wenn der Rasen nur leicht überdüngt ist, muss man eigentlich nichts unternehmen. Der Rasen wird sich in diesem Fall selbstständig wieder regenerieren und benötigt in der aktuellen Saison keinen zusätzlichen Dünger.


Wenn der Rasen eher wie verbrannt aussieht, ist dies ein ganz typisches Anzeichen der Exosmose. Das ist der Zustand, wenn die Flüssigkeitsaufnahme umgekehrt wird. Die überdüngten Gräser vergilben und werden später dann braun und sterben schließlich ab. Dies kann auch großflächig passieren sodass es dann nach Verbrennungen aussieht. Auch wenn Streusalz verwendet wurde, kann ein ähnliches Bild des Rasen entstehen. Streusalz wird von Hobbygärtnern oft zur Bekämpfung von Unkraut verwendet.


Maßnahmen gegen Überdüngung

Sollte es zu einer Überdüngung gekommen sein, sollten alle sichtbaren Düngerkörner mit Handschuhen entfernt werden. Auch mit einer Harke lassen sich die Düngerkörner aus dem Boden harken.


Wenn der Rasen durch Vögel oder Haustiere zusätzlich beansprucht wurde, kann dieser repariert werden, indem neuer Rasen gesät wird. Damit die Lücken im Rasen schnell geschlossen werden, sollte man schnell keimende Samen verwenden.


Nach einer Überdüngung sollte der osmotische Druck wieder in das richtige Verhältnis gebracht werden. Dies gelingt einem am besten, wenn der Rasen gut bewässert wird. Denn durch die Verdünnung des Substrats kann erreicht werden, dass sich die Mehrzahl der Nährstoffe in untere Bodenschichten verlagert. So kann diese nicht mehr direkt auf die Wurzeln der Gräser einwirken. Idealerweise stellt man über mehrere Stunden hinweg einen Rasensprenger auf, um den Rasen durchdringend zu befeuchten.


Überdüngung des Rasen vermeiden

Häufig kann man die Menge des Rasendüngers nur schwer abschätzen. Aus diesem Grund bietet es sich an, einen Streuwagen zu benutzen. Jedoch sollten sich die Bahnen des Streuwagens nicht überlappen, damit die gelben Streifen vermieden werden.


Die von uns beschriebenen Schäden entstehen durch mineralischen Rasendünger. Wenn man auf einen organischen Rasendünger zurückgreift, kann die Überdüngung durch Umkehr der Osmose vermeiden. Organischer Dünger ist Kompost, Hornmehl, Sojaschrot oder Hornspäne.

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